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Musée de la Grande Guerre du Pays de Meaux
Musée de la Grande Guerre du Pays de Meaux

Die wissenschaftliche und museographische Entscheidung

Der wissenschaftliche Beirat wurde im März 2006 rund um den Historiker Marc Ferro gebildet, um das Konzept festzulegen und den historischen Diskurs des Museums des Ersten Weltkriegs des Pays de Meaux zu entwickeln.

 

Die Diskussionen dieses Beirats, der sich mehrfach bis Juni 2006 trifft, behandeln sowohl die Aspekte des historischen Diskurses mit dem Angebot eines Besichtigungsrundgangs als auch die Problematiken in Verbindung mit der künftigen Architektur des Gebäudes, der Museographie, dem Platz dieser neuen kulturellen Einrichtung im lokalen, nationalen und internationalen Fremdenverkehr oder auch dem Platz, den die Archivbilder haben müssen. Durch den umfassenden Austausch kann das Projekt in seiner Gesamtheit betrachtet werden, wobei auch bedacht wird, dass ein Museum in seine Zeit und die Fragen, die man dort stellt, gehört. Auf dem Gegenstand der Sammlung basiert der gesamte Gedanke, der Absichten entstehen lässt und sich nicht mit einer Veranschaulichung begnügt.

 

Die Anregung des Erlebten der Besucher für die Geschichte ihres Landes und gleichzeitig die Entstehung einer emotionalen Verantwortung, ohne dabei die didaktischen Tugenden des Museums zu beeinträchtigen – auch dies war eines der Hauptanliegen des wissenschaftlichen Beirats"

 Marc Ferro.

 

Bis zum Sommer 2006 kamen die Überlegungen des Beirats zu einem Schluss und der Grundsatz eines Hauptrundgangs von der Marne-Schlacht 1914 bis zur Marne-Schlacht 1918, die gespiegelt mit dem Fokus auf die Rekonstruktion eines Schlachtfeldes (französischer Schützengraben, deutscher Schützengraben und no man’s land), ist festgelegt: Vor der Marne-Schlacht 14 die Mentalitäten und Denkweisen seit 1870, nach der Marne-Schlacht 18 die Illusionen des Sieges, die Errichtung des Gedenkens und die Auswirkungen in unserer heutigen Welt. Diese Hauptausrichtung wird durch einen angeschlossenen Rundgang ergänzt, in dem spezielle Themen ausgeführt werden: die Mobilisierung der Gesellschaften, die Rolle der Frauen und Kinder, Taktik und Strategie, Körper und Leiden, die weltweiten Auswirkungen, die Rolle der Amerikaner… Somit gestattet der Besichtigungsrundgang, den Ersten Weltkrieg in seinen Kontext zu stellen und stellt eine Beziehung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts her.

 

Die für die 3 000 m² der ständigen Ausstellung festgelegte Museographie nimmt diese Themen auf, wodurch auf natürliche Weise ein kurzer und ein langer Rundgang entstehen. Ihre Besonderheit besteht darin, dass der Besucher in ein Umfeld gestellt wird, das seine Sinne anspricht: Töne, Gegenstände, die berührt werden können, einige Gerüche tragen somit zu der Entdeckung bei. Jeder der Themenbereiche, die man im Zuge des Rundgangs entdeckt, lässt Überraschung aufkommen, indem er eine andere Atmosphäre bietet: somit wird das Interesse stets neu geweckt und der Besucher weiß nicht, was ihn hinter der nächsten Trennwand erwartet.

 

Wie eine Reise in der Zeit bildet der Rundgang eine Schleife, die damit beginnt, was der Besucher von heute über den Ersten Weltkrieg weiß, und damit endet, indem er ihn über die Konsequenzen des Konflikts in der heutigen Welt befragt. Diese Logik verankert das Museum im 21. Jahrhundert und zeigt, dass die Geschichte ein kontinuierlicher Faden ist, der nicht an Daten oder Ereignissen endet. Dieses Streben, den Besucher mit der Geschichte und allgemeiner mit dem Erbe und seiner Bewertung vertraut zu machen, ist eine Hauptausrichtung des Museums des Ersten Weltkriegs, die im Rahmen pädagogischer Aktivitäten und eines Kulturprogramms weiter geführt wird.